|
Kulturgut aus naturistischer und christlicher
Welt,
einander völlig fremd und erstmals dennoch überzeugend
nah, als visionäres Ereignis im Konzertgeschehen.
AUREA
Die Mezzosopranistin
Alena Leja
und der Didgeridoovirtuose
Ilja Sibbor
lassen mit ihrem Projekt AUREA Liebhaber "alter"
Musik wie Didgeridoo- Freaks überrascht aufhorchen.
Gesänge aus dem Mittelalter,
in hellem an Melismen reichen Ton von Alena vorgetragen,
verbinden sich auf kontemplative und archaische Weise mit dem fallweise
rhythmisch oder inspirativen Klangteppich aus hölzernen Urinstrumenten
wie vorwiegend
Didgeridoo, Naturtrompeten und Tibethörnern.
Der Einsatz elektronischer Stilmittel befördert
dieses mutige Musik- und Klanggemisch in ein drittes Jahrtausend
auf der Suche nach urtümlicher Weisheit und meditativer Kraft.
Der gelungenen und improvisierenden Auseinandersetzung
liegen durchaus gegensätzliche Ausgangspositionen zugrunde.
So sind es beim Gesang vor allem Texte aus dem
"Villarenser Codex" von Hildegard von Bingen, sowie Texte aus dem
"Codex Speciálník". Diese Handschrift böhmischer Musikkultur entstand
wiederum in der zweiten Hälfte des 15. Jahrhunderts. Sie besteht
in Teilen aus Werken franko-flämischer Autoren, aus dem damals gängigen
mitteleuropäischen Repertoire und aus der stilmäßig vergleichsweise
archaischen Schicht einheimischer Kompositionen. Humorvoll und volkstümlich
aufgepeppt wird dieses mittelalterliche Liedgut noch mit mährischen
Volksliedern.
Geblasenes, tönendes, keuchendes, rhythmisch
ostinat oder melodisch insistierend begleitendes Holz und digital
gespeicherte, elektronische Einwürfe, versetzen das Publikum unvermittelt
in eine asketisch-meditative Stimmung, ganz so,
"...als wär´s der neue Geist von heute"
Alena Leja - Mezzosopran
Ilja Sibbor - Didgeridoo
|